Coburg (Franken, Deutschland)

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QUINTESSENZ


Coburg ist eines von diesen wunderschönen deutschen Städtchen, die vom zweiten Weltkrieg eher unberührt geblieben sind und deswegen mit viel alter Architektur protzen können: die Veste Coburg ist eine der größten Burgen Deutschlands. Mit nur 41.257 Einwohnern ist es gemütlich, entspannt und romantisch. Aber jedes Jahr im Juli wird Coburg von 200.000 Besuchern innerhalb von nur 3 Tagen heimgesucht. Dann findet dort das größte Samba-Festival außerhalb von Brasilien auf 11 Bühnen und mit 100 Samba-Gruppen statt. In der Region Oberfranken im Norden des Bundeslandes Bayern gelegen, ist dies nicht nur ein Ort für Geschichte und Samba, sondern auch für Bier – irgendwie.

 


ANKUNFT IN COBURG


Der Bahnhof Coburg ist ziemlich klein und bescheiden – zumindest im Vergleich mit jenen Großstadtbahnhöfen, die ich aus der Metropolregion, wo ich wohne, gewohnt bin. Dass der Bahnhof drinnen so unauffällig wirkt, hat mich etwas überrascht. Immerhin begann der Zugbetrieb in Coburg bereits 1858 und manche Adlige sollen hierher gekommen sein, um den Herzog und andere Adelsfamilien zu besuchen: darunter die britische Königin Victoria, deren Ehemann Prinz Albert in Coburg aufwuchs, der österreichische Kaiser Franz Joseph I. und der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm II.

Momentan werden die Gleise erneuert für eine ICE-Verbindung, so dass Coburg in der Zukunft auch ein ICE-Halt wird. Der Durchgang von den Gleisen ist nicht sonderlich charmant, aber die ovale Eingangshalle schon eher. Die Halle stammt aus den 1910ern und wurde zusammen mit ehemaligen Wartesälen in den späten 1970ern umstrukturiert. Das Gebäude mit seiner Spätbarock-Fassade ist von außen noch etwas stattlicher.

Das Zentrum von Coburg ist nur 600 Meter vom Bahnhof entfernt. Schon bei diesem 6- bis 8-minütigen Spaziergang kann man einige alte Villen und Herrenhäuser entdecken, ehe man das Spitaltor erreicht, welches Teil der mittelalterlichen Stadtmauer war.

 


DAS STADTZENTRUM


Blick durch das Spitaltor in der alten Stadtmauer von Coburg

Die Innenstadt von Coburg kann mit vielen historischen Gebäuden aufwarten, denn das Städtchen wurde während des zweiten Weltkriegs nicht als wichtig erachtet und weitestgehend von Bombenangriffen verschont – im Gegensatz zur Metropolregion Rhein-Ruhr, in der lebe. Auch die Tatsache, dass Coburg nur 9 Kilometer entfernt war von der innerdeutschen Grenze zur ehemaligen Deutsche Demokratische Republik (DDR), dem sozialistischen Ostdeutschland und Thüringen, hat der Stadt nicht geschadet. 🙂

Ein Großteil der Innenstadt ist Fußgängerzone, gesäumt von kleinen Boutiquen und spezialisierten Geschäften, aber auch von vielen der allgegenwärtigen Handelsketten, welche deutsche Städte für gewöhnlich so austauschbar aussehen lassen. Coburgs Mischung aus kleinen Läden und Ketten mag für einen kleinen Einkaufsrausch genügen – allerdings nur für Frauen. Die männliche Hälfte der Bevölkerung und Besucher muss irgendwo anders einkaufen. Selbst die H&M-Filiale in Coburg bietet keine Männerbekleidung an.

Warum also nicht lieber einen kleinen Umweg zum süßen Warenhaus Seelenlust machen und eine ihrer vielen besonderen Schokoladen, Trüffel, Pralinen oder andere Delikatessen ausprobieren. Gegenüber vom Ladenlokal steht das wohl schmalste Wohngebäude, das ich jemals gesehen habe – zumindest so weit ich mich erinnere, und ich habe manch ein schmales Haus in Amsterdam gesehen. Das Gebäude von 1910 ist keine 3 Meter breit.

 

schmales Haus in der Webergasse in Coburg

 


MARKTPLATZ

 

Coburg Rathaus

 

Traditionell sind Märkte die Herzen einer jeden Stadt – ob in Form eines schönen Platzes wie in vielen mittelalterlich strukturierten Städten wie Coburg oder in modernen Einkaufszentren und Malls. In dieser Hinsicht ist Coburg nicht viel anders, nur eben mit altem Marktplatz. Tatsächlich hat Coburg einen sehr pittoresken Marktplatz. Dieser hat zwar nicht die strikte Symmetrie des Markusplatzes in Venedig, aber er ist umgeben von einem entzückenden und farbenfrohen Ensemble an alten Gebäuden. Das wäre sicherlich auch ein toller Hintergrund für einen Disney-Film.

Die südliche Seite wird dominiert vom sehr repräsentativen Renaissance-Bau des Rathauses mit goldener Verzierung. Die komplette Nordseite wird hingegen vom Stadthaus mit roten Fensterrahmen eingenommen – ebenfalls aus der Spätrenaissance, 1599 um konkret zu sein. Die Ostseite des Marktplatzes beheimatet einige hübsche Geschäfte, zum Beispiel eine alte Apotheke. Nun, die Westseite ist auch ganz nett, aber nicht ganz so beeindruckend, um ehrlich zu sein. Wenden wir uns also lieber der Mitte des Platzes zu, wo eine Statue von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha steht, besagtem deutschen Ehemann von Königin Victoria und Vater von König Edward II.

 

Coburg Stadthaus

 


KLEINER IMBISS GEFÄLLIG?


In den anderen Seitenstraßen lässt sich sicherlich auch so einiges entdecken, aber gehen wir nun weiter in die kleine Steingasse, die südöstlich vom Marktplatz abgeht. Ganz am Anfang der Steingasse befindet sich rechts eine winzige, rustikale Bäckerei. Deren Brote und Backwaren werden im traditionellen Holzofen gebacken – allerdings an einem anderen Ort. Vielleicht geht es euch wie mir und ihr bevorzugt diese immer seltener werdenden Traditionsbäckereien gegenüber den Großketten mit ihren Industrie- oder gar Tiefkühlprodukten. Zumindest ich bevorzuge lieber diese eher handgemachten Backwaren. Ich habe selbst einige Male in der Holzofen-Bäckerei eines Bekannten ausgeholfen.

Wenn euch mehr der Sinn nach einer warmen und/oder herzhaften Mahlzeit steht, müsst ihr nur die Steingasse ein paar Schritte weitergehen. Auf der Linken werdet ihr den Plattenladen Toxic Toast sehen. Im selben Gebäude befindet sich das bodenständige Lokal The Hungry Highlander, welches sehr zu empfehlen ist. Wenn ihr lieber in einem gehobenen Restaurant speisen möchtet, dann geht ein Stück weiter, biegt links in die Rückertstraße ein (übrigens entlang an der Ehrenburg) und in weniger als 100 Metern seid ihr beim Wirtshaus Loreley, einem historischen Gebäude von 1763. Aber für dieses Ambiente muss man etwas mehr zahlen. Wie das Essen dort ist, weiß ich allerdings nicht.

Übrigens kann man ja kaum über Essen reden, ohne auch Getränke zu erwähnen. Und was könnte deutscher sein als Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot? In der Tat liegt Coburg in der Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt. Franken beheimatet 267 verschiedene Brauereien, kleinere und größere; allein der Regierungsbezirk Oberfranken hat 155 Brauereien. Lustigerweise gibt es nur eine einzige Brauerei in der Stadt, nämlich das Brauhaus zu Coburg, welche sich in der Nägleinsgasse nordwestlich des Marktplatzes befindet.

 


CASIMIRIANUM & STADTKIRCHE

 

Casimirianum & Stadtkirche St. Moriz in Coburg

Wenn man die Steingasse bis zum The Hungry Highlander entlanggeht und dort rechts in das Mittlere Kirchgäßlein biegt, gelangt man nach nur wenigen Schritte zu oben abgebildeten Ort. Rechts sieht man das Renaissance-Steingebäude, das Gymnasium Casimirianum, welches 1605 von Herzog Casimir gegründet wurde. To the left is the town Stadtkirche Sankt Moriz. Die protestantische Kirche ist die älteste (noch bestehende) in Coburg, obwohl das Innere des gotischen Baus 1642 im Barock-Stil umdekoriert wurde. St. Moriz sticht auch wegen seiner zwei unterschiedlichen Türme hervor und Martin Luther gab hier einige Predigten. Außerdem beherbergt die Kirche die Familiengruft der Herzöge von Coburg sowie ein beeindruckendes 13 Meter hohes Alabaster-Grabmal.

 


SCHLOSSPLATZ

Schlossplatz Coburg mit Salzmarkt, Ehrenburg und Landestheater

Wenn man am Wirtshaus Loreley weitergeht, an weiteren alten Gebäuden entlang, kommt man an den Salzmarkt, welcher an der östlichen Seite des Schlossplatzes liegt. Auf dem Schlossplatz findet auch der Großteil des Samba-Festivals statt. An den Salzmarkt (Mitte des oberen Fotos) schließen sich im Uhrzeigersinn das neoklassische Landestheater Coburg und der Palais Edinburgh an, dann die in den Park hinaufführenden Arkaden, die Reithalle, der Marstall (übrigens ein sehr stattliches Gebäude) und natürlich das Residenzschloss.

Diese trägt den Namen Ehrenburg, weil sie angeblich komplett ohne Zwangsarbeit erbaut wurde – was in den 1540ern etwas Bedeutendes gewesen sein muss. Ehrenburg wird heutzutage als Bibliothek und Museum genutzt. Den Rest des Gebäudes kann fast täglich bei Besucherführungen besichtigt werden (bei vorheriger Anmeldung auch in Englisch). Wenn du das Glück hast, Coburg Anfang September zu besuchen, hast du vielleicht sogar die Gelegenheit, das Schloss während der „Nacht der Kontraste“ zu sehen, einer über die Stadt verteilten Kulturveranstaltung mit Illuminationen, Installationen, Ausstellungen und Musikprogramm.

 

Residenzschloss Ehrenburg Coburg

 


HOFGARTEN

 

Coburg Hofgarten mit Salzmarkt und Landestheater

Der Hofgarten beginnt östlich und oberhalb des Schlossplatzes. Den Berg hinauf kommt man am Reiterdenkmal von Herzog Ernst II. vorbei. Dort sitzen den ganzen Tag über Menschen, machen eine Pause, picknicken an sonnigen Tagen, spielen Frisbee oder sonnen sich. Gerade Abends kommen mehr junge Menschen hierhin, um etwas zu trinken – allerdings soll es ein Alkholverbot im Hofgarten geben. Wenn man jedoch das Stadtpanorama von dort oben sieht, versteht man, warum dies einer der beliebtesten Orte von Einheimischen wie auch Touristen ist.

Geht man den Berg immer weiter hinauf, gelangt man durchs Veilchental bis hinauf zur mittelalterlichen Veste Coburg, einer der größten Burgen Deutschlands. Sie thront auf dem Berggipfel, 167 Meter über der Stadt. Dieses beeindruckende Bauwerk, welches den Berg krönt, kann man kaum übersehen – von fast jedem Punkt der Stadt. Martin Luther lebte dort 1530 ein halbes Jahr lang, als er wegen Kirchenbann und Reichsacht in der Veste Zuflucht suchte, und setzte dort seine deutsche Bibelübersetzung fort.

Die Veste zu besuchen, sollte nicht nur für evangelische Besucher, sondern für jeden Touristen Pflicht sein. Einige der Kammern und Räume sind außergewöhnlich, insbesondere das Jagdzimmer, eine aus prächtigen Holzschnitzereien vertäfelte Prunkstube. Aber die drei Museen, die in der Veste angesiedelt sind, haben ebenfalls beachtliche Ausstellungen: Kunst, die größte Sammlung mittlealterlicher Rüstungen und Waffen in Deutschland sowie Gravuren, Dokumente, Münzen und Gläser. Man sollte also genügend Zeit mitbringen, um alles zu erkundschaften.

 

Veste Coburg, Fortress

 


DER HEILIGE MORITZ

 

Gullydeckel mit Coburgs Schutzapatron, dem heiligen Mauritius; gully cover with Saint Maurice portrait as a blackamoor

Überall im Städtchen sieht man Abbildungen eines Afrikaners, manchmal in voller Rüstung, manchmal als Profil stilisiert. So wird er auch im Stadtwappen dargestellt, welches auch auf Gullideckeln abgebildet ist. Seit angeblich 1493 besteht das Wappen fast ausschließlich aus dem Bildnis des Afrikaners, seit 1521 ist er im Stadtsiegel belegt. Es ist das Bildnis des Schutzpatrons von Coburg, dem Heiligen Mauritius oder Moritz, der seit dem 12. Jahrhundert nur als Mauretanier dargestellt, obwohl er aus Ägypten kam. In diesem eigentümlich historischen Kontext, wird der Heilige Mauritius auch heutzutage noch als „Coburger Mohr“ bezeichnet, ohne dass dies als besonders anstößig gilt.

 


MEINE ERKUNDUNGEN

 

Bauamt in einem Fachwerkhaus in Coburg

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Coburgs abzuklappern, ist einfach, weil das Städtchen so klein ist. Es gibt bestimmt noch so einige Ecken mehr zu entdecken, zum Bespiel mehr Architektur von weiteren mittelalterliche Burgen über Jugendstil bis hin zu post-modernen Gebäuden.

Es scheint so, dass das Leben in Coburg ziemlich entspannt und gemäßigt ist. Die Bewohner mögen den historischen Reichtum in ihrem Alltag nicht so sehr schätzen, wie es Touristen tun werden. Nachtleben mag keine Stärke von Coburg sein, aber es gibt Bars und einige eher winzige Clubs. Dies ist nicht Berlin. Um ein größeres Konzert zu besuchen oder wildere Nächte zu erleben, muss man mindestens eine halbe Stunde in die nächstgrößere Stadt, Bamberg zu gelagen, oder eine Stunde nach Nürnberg, Bayerns zweitgrößte Stadt hinter München. Aber Coburg macht dies durch eine ziemlich hohe Lebensqualität, Parks und Natur, ein Kino, schicke Museen und solide Kulturveranstaltungen wett. Es gibt fast alles, was man zum täglichen Leben benötigt. Den Reichtum mehrt ein großes Versicherungsunternehmen, welches seit 1950 in Coburg ansässig ist und mehr als 12% der Bevölkerung Coburgs (und Umland) beschäftigt.

 


EMPFEHLUNG


Coburg könnte eine Reise wert sein, wenn du an mittelalterlichen Burgen und Festungen, historischer Architektur und/oder Samba interessiert bist. Es könnte sogar der richtige Ort für dich sein, wenn du einen ruhigen, wenn nicht gar beschaulichen Wohnort suchst.

 


KARTE


 


WEITERE FOTOS


Spitaltor in Coburgägyptische Sphinx-Figuren vor einem Mausoleum im Hofgarten in CoburgPferdehaus in CoburgFachwerkhäuser in der Brunngasse in Coburg

 

 

COBURG (Franconia, Germany)

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THE GIST


Coburg is one of those beautiful German towns which remained rather untouched by World War II and is therefore still flaunting old architecture galore: Veste Coburg being one of Germany’s largest castles. With 41.257 inhabitants it is cozy, relaxed and romantic. But every year in July, Coburg hosts 200.000 visitors in just three days, when the city celebrates the biggest Samba Festival outside of Brazil on 11 stages with 100 samba groups. Situated in the region Upper Franconia in the north of the state Bavaria, this is not only a place for history and samba, but also for beer—sort of.

 


ARRIVING IN COBURG


The train station Coburg is quite tiny and unassuming—at least in comparison to those big city stations I’m used to from the metropolitan area where I live. That the train station is so unassuming from the inside kind of took me by surprise. After all, Coburg rail service started as early as 1858, and quite many noble people are said to have come here visiting the duke and other aristocratic families: amongst them British Queen Victoria, whose husband Prince Albert grew up in Coburg, Austrian Emperor Franz Joseph I and the last German Kaiser, Wilhelm II.

At the moment the track are being renovated for a new fast train connection—Coburg’s first. The passenger tunnels are very not so charming, but the oval entrance hall built in the 1910s and restructured a little in the late 1970s is a little bit more. The building is even more stately from the outside. You’ll see the Late Baroque facade, once you walk out.

The centre of Coburg is just 600 metre away from the train station. Even during this walk of only 6-8 minutes, you can already spot some old villas and stately houses, until you arrive at the Spital Gate, which was part of the medieval town wall.

 


THE CITY CENTRE


view through the hospital gate Spitaltor in the medieval town wall of Coburg

The centre of Coburg sports many historical buildings, because the town wasn’t considered important enough to be bombed much during World War II—the metropolitan area Rhine-Ruhr, where I live, had been considered important enough back then. And the fact that Coburg was only 9 kilometres away from the inner-German border to the former eastern Socialist state German Democratic Republic (GDR), didn’t harm it either. 🙂 (Maybe you have to be German to find that funny.)

Most of the town centre is pedestrian area, lined with smaller boutiques and specialized stores, but also many ubiquitous retail chains, which usually make German city centres look generic and interchangeable. Coburg’s mixture of boutiques and chains can suffice for a little shopping spree—for the ladies, that is. The male half of the population and visitors has to shop some place else. Not even the H&M store in Coburg offers any men’s clothes.

So why not make a small detour to the sweet Warenhaus Seelenlust (Store Soul Delight) instead and buy one of the many special chocolates, truffles and praline, or some of the other delicacies they offer. Opposite the store, you can see one of the most slender residential building I’ve ever seen—at least as far as I remember, and I’ve seen many slender houses in Amsterdam. The building from 1910 is hardly 3 metres wide.

 


MARKET SQUARE

 

representive Renaissance town hall in Coburg

 

Traditionally, markets are the beating heart of any town—in form of a nice square as in many medievally structured towns like Coburg, or in modern shopping malls in American everyday life and recreation. In this respect, Coburg is no different—except for the medieval square version. And as a matter of fact, Coburg has a really picturesque market square. It doesn’t have the strict symmetry of Piazza San Marco in Venice, but it is surrounded by a very enchanted and colourful ensemble of old buildings. This could also be great setting for a Disney movie.

The southern side is dominated by the very representive Renaissance town hall with golden ornaments, while the complete northern side is occupied by the administrative town hall with red windows, also late Renaissance from 1599. The eastern side of the square has some beautiful old shops, for example an apothecary (pharmacy). Well, the western side of the square is also quite nice, but to be honest, it’s not as spectacular. So let’s rather turn towards the middle of the square, where there is a statue of Prince Albert of Saxe-Coburg and Gotha, said German husband of Queen Victoria and father of King Edward II.

 

administrative town hall in Coburg

 


GRAB A BITE


Now, in the other side streets you can also some very nice sites, but let’s walk through the small Steingasse (stone alley) towards the southeast of the square. Right at the beginning of Steingasse you will find a very tiny, rustic bakery to the right. Their breads and pastries are baked in a traditional wood-fired oven—tough at another location. You probably know that Germany is well-known for their many different breads. So the best places to go to are these rare traditional bakeries (in contrast to the many francises with more industrual or even frozen products). At least I prefer the more artisanal food stores. I have helped in the tiny wood-fired bakery of a colleague a few times.

If you feel like hot and/or savoury food already, just walk Steingasse a few steps upwards. On the left you’ll see record store Toxic Toast. Situated in the same building is the earthy eatery or pub The Hungry Highlander, which is highly recommendable. If you feel more like eating in a restaurant, then turn left into Rückertstraße (passing by castle Ehrenburg, by the way) and in less than 100 metres (30 feet) you’ll be at the inn Loreley in a historic building from 1763. But you will have to pay a little extra for this ambience. Actually, I don’t know how the food is.

By the way, you cannot talk about food without drinks. And which drink can be more German than beer brewed according to the German purity law? As a matter of fact, Coburg is situated in the world’s most dense brewery area. Franconia boasts 267 different breweries, smaller and bigger ones; the administrative region Oberfranken (upper Franconia) has 155 breweries alone. It is funny, though, that there is only one brewery in town, namely Brauhaus zu Coburg (brewery of Coburg), which is situated in Nägleinsgasse (small nail alley) northwest of the market square.

 


CASIMIRIANUM & TOWN CHURCH

 

grammar school Casimirianum & town church St. Moriz in Coburg

If you walk Steingasse towards The Hungry Highlander and turn right there into Mittleres Kirchgäßlein (middle church alley), you will come to the above spot within just a few steps. To the right you see the Renaissance stone building, which is the grammar school Casimirianum, founded by Duke Casimir in 1605. To the left is the town church St. Moriz. The Protestant church is the oldest (existing) in Coburg, though the inside of the Gothic building was redecorated in Baroque style in 1642. St. Moriz is also prominent for the two dissimilar towers, Martin Luther gave sermons here plus it houses the family tomb of the Dukes of Coburg and an impressive alabaster epitaph, which is 13 metres (47 feet) high.

 


PALACE SQUARE

palace square with salt market and theatre in Coburg

When you pass by the inn Loreley, you will come some more old buildings at the Salzmarkt (salt market) and to the palace square. This is where most of the Samba festival takes place. Starting at Salzmarkt (in the middle of the photo) turning clockwise you will see the Neoclassical Coburg State Theatre and Palais Edinburgh, arcades leading up to a park, a riding hall and stables (a very big, stately building, by the way), and the residence palace, of course.

It is called Ehrenburg (castle of honour) because it was supposedly build without forced labour—in the 1540s this must have been an exceptional fact. Ehrenburg is used as library and museum today. You can take a guided tour through the rest of the palace almost every day—even in English, if you notify them in advance. If you’re lucky enough to visit Coburg in early September, you might get the chance to see the building during the „Nacht der Kontraste“ (nights of contrasts), a cultural event with illuminations, installations, exhibitions and music program throughout the town.

 

residency castle Ehrenburg in Coburg

 


COURT GARDEN

 

court garden above castle Ehrenburg, salt market and theatre in Coburg

Hofgarten (court garden) is a park stretching east and atop the palace square. Up the hill you will pass by a equestrian memorial for Duke Ernst II. This is where a lot of people will sit all day long, taking a break, having a picnic on a sunny day, playing frisbee or sunbathing. Younger folks also like to go there for evening drink—though supposedly alcohol is forbidden at Hofgarten. But once you see the town panorama from up there, you will know why this is such a favourite spot for locals and tourists alike.

Walking further up the hill you will cross Veilchental (violet valley) and eventually reach the medieval Veste Coburg (Coburg Fortress), one of Germany’s largest castles. It sits on top of the mountain, 167 metres above the city. So there is hardly any chance you haven’t already notice the impressive structure crowing the mountain. It’s hard to miss from afar. Martin Luther stayed there at the fortress in 1530, seeking protection there during his imperial ban and continuing his German translation of the bible.

Visiting the fortress should not only be mandatory for Protestant visitors, but for any tourist. Some of the rooms are extraordinary, especially the Jagdzimmer (hunting room) with ornate wooden marquetry. But the three museums inside the fortress have formidable exhibitions, too: art, the largest collection of medieval armour and weaponry in Germany as well as engravings, coins, documents and glassware. Make sure you have enough time for scouting every corner.

 

fortress Veste Coburg

 


SAINT MAURICE

 

gully cover with Saint Maurice portrayed as a blackamoor

Throughout the town you will see images of an indigenous African, sometimes in full armour, sometimes as a stylized profile. You’ll see the image in the town’s coat of arms, which is also on gully covers all over town. Supposedly since 1493, the coat of arms almost exclusive consists of the image of Coburg’s patron Mauritius or Moritz (Saint Maurice), who had been portrayed as African ever since the 12th century. In this peculiar historical context, Saint Maurice is also called the „Coburger Mohr“ (blackamoor of Coburg) without it being considered offensive.

 


MY SCOUTING

 

egyptian Sphinx guarding a mausoleum in the court garden of Coburg

Sightseeing many important spots in Coburg is easy, because the town is quite small. Now, I’m sure that Coburg has many more corners to discover, for example more architecture ranging from several medieval castles to Art Nouveau and post-modern buildings.

It seems like living in Coburg is rather unstressed and moderate. Inhabitants might not appreciate the wealth of history in their everyday life as much as tourists will. Nightlife might not be a strong side of Coburg, but there are bars and a few rather tiny clubs. This isn’t Berlin. To go to a bigger concert or experience wilder nightlife, you will have to drive at least half an hour to get to the bigger town Bamberg, or an hour to Nuremberg, Bavarias second-largest city after Munich. But Coburg can compensate for that with a quite high quality of life, parks and nature, a cinema, nice museums and solid cultural events, and almost everything else you might need in everyday life. Adding to the wealth is a large insurance company, which is based in Coburg since 1950 and employs more than 12% of Coburgs inhabitants (and surroundings).

 


RECOMMENDATION

building authority in large half-timbered house in Coburg

Coburg could be worth a trip, if you are interest in medieval fortresses, historic architecture and/or samba. It could also be your spot, if you are looking for a peaceful, if not placid residency.

 


MAP


 


MORE PICTURES


hospital gate Spitaltor in the medieval town wall of Coburgegyptian Sphinx guarding a mausoleum in the court garden of Coburg Pferdehaus in Coburghalf-timbered houses in Brunngasse in Coburg

 

 

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